| |
Und
der Haifisch, der hat Zähne...
Ich
kann mich noch genau daran erinnern wie ich den Film
"Der Weiße Hai"
gesehen habe. Es war der Film der Steven Spielberg berühmt
machte. Zu der Zeit wurde über einen Film noch gesprochen. Gesprochen
über die Technik. Ob es wohl wirklich so große Haie gibt, etc. Heute
reduziert sich die Frage auf „Haste den X gesehen?“ Als ich ihn sah
war ich schon 27 Jahre alt. Und mein Filmkonsum war, wie auch heute
noch, ziemlich reduziert. Als Kind hatte ich Herman Melville’s
"Moby Dick" gelesen.
Aber das war ein Wal. Und wie immer, und das
ist auch das was ich meinen Kindern sage, fasziniert das Buch mehr
als der Film. Zumindest sollte man das Buch zuerst lesen
und dann den Film schauen. Macht man es umgekehrt ist man fast immer
enttäuscht. Es ist andererseits ein gutes Zeichen, dass unsere
Fantasien, trotz PC und Gameboy und DVD nicht so verarmt sind, dass
wir es nicht schaffen lebendige und gewaltige Bilder in unserem Kopf
aufzubauen. Trotzdem, ein Film wie „Der Weiße Hai“ fasziniert.
Inzwischen sind wir eine Generation weiter. Unsere Bewusstsein ist
geschärft (naja), seltener aus eigenem Recherchieren und Nachdenken,
mehr durch Beeinflussung von außen. Prominente Meinungsbildner
und Medien formen es in ganz bestimmter Richtung und vielen Menschen
fällt es schwer sich dem Zwang einer Zeitgeistströmung zu
entziehen. Das unser Bewusstsein ganz wesentlich von Emotionen und
z.B. Mitleid beeinflusst wird ist zwar nicht neu, entschuldigt den
Einzelnen aber nicht, wenn er Wissen durch Gutmeinen ersetzt.
Besonders im Umweltbereich ist das eine zu beobachtende Tendenz.
Deutsche Umweltschutzhysterie, Klimaschutz, Angst vor Genforschung
seien hier als unvollständige Beispiele erwähnt. Besonnene Stimmen
gehen in der allgemeinen Aufregung unter und wenn man sich f ü r
etwas ausspricht und g e g e n den Strom schwimmt kann
man glatt geschnitten werden. Oder wird, der
Einfachheit halber, für blöd erklärt.
Mit anderen Worten: Ich wähle gerne Gentomaten, trage mit
Vorliebe Pelzmützen und esse auch gerne Lobster
(Hummer). Ich freue mich über jedes Ei auf dem Frühstückstisch und ein
Huhn ist ein Huhn ist ein Huhn. Und solange es nicht aus dem
Altersheim kommt findet es auch den Weg auf meinen Küchentisch, wo ich
es gerne zu Frikassee verarbeite. Wer meine Esseneinladungen nicht
annehmen will muss nicht. Ich kann auch allein genießen.

Trotzdem sind wir natürlich nicht ignorant. Ich kann mich krank ärgern
über meine nordamerikanischen Nachbarn die stundenlang ihre
Automotoren völlig sinnlos laufen lassen. Auch für
Sportfischerei, also fischen, wiegen und wieder ins Wasser werfen,
habe ich nichts übrig. Wer fischt oder jagt um zu verzehren hat
mein Verständnis. Tierquälerei ist mir ein Gräul.
Tierrechtsaktivisten aber auch.
Vor ein-zwei Jahren habe ich einen
Internetfreund
gefunden. Der imponiert mir, besonders aber auch meinem
elfjährigen Sohn. Der Mann ist ein Phänomen. Hat er doch schon
mit 9 Jahren das Tauchen zu seinem Hobby gemacht. Und
Haifische zu seiner Leidenschaft. Einen leidenschaftlichen
Menschen kann auch eine Attacke nicht von seinem Hobby abbringen. Bei
Wolfgang Leander ist es vermutlich auch kein Hobby, der Hai ist die
Berufung schlecht, oder besser, gut hin. Da ist es nur konsequent
wenn man sich dem Schutz dieser Art verschreibt und aufklärt. Die
Mythen jedenfalls, soviel wird nach dem Studium seiner Seite klar, die
den Hai umgeben und ihn zu einem, selbst große Fischerboote
durchbohrenden, Monster machen (Der Weiße Hai II., wenn ich mich nach
25 Jahren recht erinnere) bestehen jedenfalls zu unrecht. Auch
ist die laienhafte Vorstellung nicht haltbar, dass er in
unvollstellbaren Schwärmen die Meere bevölkert. Im Gegenteil.
Heute gehört er zu den bedrohten Tieren. Da ist es gut, dass
sich jemand für den „Starken“ stark macht. Wolfgang und sein Sohn
Felix Leander tun das. Und das ist auch gut so. Denn wenn der Hai,
ob nun weiß oder nicht, aus unseren Meeren und damit aus unserem
Bewusstsein verschwinden würde, wäre unsere Welt wirklich ärmer.
In klarer Erkenntnis dessen, dass also auch derart verkannte
Tiere unseres Schutzes bedürfen bekenne ich dennoch auch in
Zukunft, ganz gelegentlich natürlich, auf ein Haisteak nicht
verzichten zu wollen.

Diese Seite
OceanicDreams ist es jedenfalls wert besucht zu werden.
Nicht, dass ich mit allem einverstanden wäre. Zum Beispiel habe ich zu
den Robben eine andere, als die dort vertretene Position, weil
ich in Kanada lebe und auch die Seite der Fischer kenne. Aber
OceanicDreams macht
dennoch nachdenklich und regt auch Menschen wie mich an sich gewissen,
gelegentlich verdrängten, Problemen wieder zu
stellen.
Darüber hinaus ist Wolfgang Leander ein ganz hervorragender
Unterwasserfotograf. Seine Shark Fotos zeigen den Hai nicht als
Untier sondern als einen eleganten Meeresbewohner.
Das, was mir gefällt ist, daß in der Farbbilderflut seine
Schwarz-Weiß-Fotos seinem Anliegen eher gerecht
werden. Sie sind Kunst und fallen deshalb mehr auf. Man kann sie auch
bestellen.
OceanicDreams
ist der
erste Naturblog den ich verlinke. |
|