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Robin Renitent, 17. Februar 2007

   

 

We seem to have overcome

Soviet fascism, though the heirs

of Nazi-fascism live; but the biggest threat

to freedom lies

in Islamic fascism.

 

  Freedom is not

self-evident. 

 

We are at war – and we have to defend ourselves. 

 For the sake of

our children.

 

   
 

Truppentransporte

Die Gutmenschen. Ja genau die. Das Wort soll ja geächtet werden, wussten Sie das? Ja, es ist diskriminierend. Na, die können ächten was sie wollen. Ich diskriminiere weiter. Jedenfalls dann, wenn ich Lust dazu habe und wenn die „diskriminierte“ Gruppe Gutmenschen sind. Das sind die, die einem plötzlich erklären wollen, was man alles nicht mehr darf. Entweder weil es sich gerade, also zeitgeistgemäß, nicht gehört, oder weil es politisch unkorrekt ist, oder aber weil es entweder unsere Seelen, unsere Umwelt, oder die Empfindlichkeiten irgendwelcher Minderheiten belastet.

Auch in der Kindererziehung haben die Gutmenschen das Sagen. Und weil noch nicht genügend Menschen ihre Kinder in Aufbewahrungsanstalten zur politischen Indoktrination abliefern, will Tante Ursula ein bisschen nachhelfen, mit 3 Milliarden. Ein Klacks. Notfalls will sie das Grundgesetz ändern. Wundervoll, wenn man Gesetzte so nach belieben ändern und der anvisierten Wirklichkeit anpassen kann. So macht Demokratie den Politikern richtig Spaß.

Neben der Vermittlung des richtigen gutmenschlichen Weltbildes an die lieben Kleinen, ist der wirkliche Grund aber ein ganz anderer. Wer rechnen kann sieht, dass das Steueraufkommen bei einer abnehmenden Bevölkerung nicht mehr ausreicht um der staatsbezahlten Enteignerkaste die Taschen zu füllen. Und schon gar nicht um hochfliegende Träume zu verwirklichen, die Hamas zu sponsern, arbeitsunwillige Migranten zu integrieren und zahllose Empfängergruppen zu alimentieren. Wenn also leyenhaft 750 000 Krippenplätze für 3 Mrd. geschaffen werden heißt das 750 000 mehr Frauen die Steuern erwirtschaften. Da sind dann die 3 Mrd. allemal wieder drin und noch ein bisschen Manövriermasse für die politische Klasse.

Aber eigentlich wollte ich über die neueste Aufrege der Gutmenschen schreiben: Militär- und Kriegsspielzeug. Das war ja jahrzehntelang aus (nicht nur) deutschen Kinderzimmern verbannt. Eltern liefen so schamrot an, als ob man sie beim Liebesakt in der Umkleidekabine erwischt hatte, wenn der liebe Kleine plötzlich mit einer Plastikgun vor den Gästen auftauchte. Kriegsspielzeug. Es gab nichts widerwärtigeres, das war nicht zu toppen. Und so saßen die gutmenschlichen Eltern bei Parteitagen strickten und diskutierten Programme zur Antimachostrategie bei Jungen. Sogar ihres Pimmels sollten sie sich schämen.

Denn, so der Schluss: Wer mit Soldaten, Panzern und Haubitzen spielt wird gewalttätig und hat Lust auf Krieg. Deutsche aber führten keinen Krieg, jedenfalls nicht nach 1945 und waren allenfalls Händchenhalter und Gipsbindenbefeuchter im Sanizelt. Und sie hatten einen Friedenskanzler, der lieber einen Diktator noch einige Hunderttausend in Abu Ghraib (ja genau da, als von Lynndie England noch keine Rede war…) zu Tode quälen ließ, als ihm das Handwerk zu legen. Dafür wurden die Amerikaner gerne geschmäht, weil die etwas besseres Kriegsspielzeug hatten und, inzwischen den Kinderzimmern entwachsen, auch einsetzten.

Rückblick: Mein Ururgroßvater war Wirklicher Geheimer Ober-Justizrats und Oberlandeskulturgerichtsrats und hatte eine wundervolle Zinnsoldatensammlung mit der auch seine Söhne spielten. Er war im Deutsch-Französischen Krieg von 1870–1871 Offizier. Und natürlich hasste er den Krieg und wollte Heim zu meiner Ururgroßmutter und den Kindern. Und mein Urgroßvater wurde, obwohl er seine Kindheit lang mit Zinnsoldaten spielte, Schlachten nachstellte und Ulanen auf dem Teppich des Wohnzimmers massakrierte, Arzt und Sanitätsrat und ein großer Humanist. Der allerdings, der Grausame, Schmetterlinge aufspießte und in Glaskästen sammelte und beerdigte. Mein Großvater dann, ein Studienrat, war total gegen den Krieg, die Nazis, und alles militärische. Aber er schenkte seinem Sohn, also meinem Vater, zahllose Linolfiguren, fast die gesamte preußische Armee, einschließlich des Alten Fritzen, der eine Parade abnahm. Mit diesen Figuren spielte also mein Vater als Kind, mit zahlreichen Kindern befreundeter jüdischer Familien, im Wohnzimmer des Hauses Ringstrasse 4 in Berlin Steglitz. Es gab eine Haubitze, von 8 Pferden gezogen, die richtig funktionierte. Vater konnte mit kleinen Zündsätzen Gummigranaten verschießen. Natürlich, der Lausbub, tauchte er die Spitze der Geschosse in Tinte und schoss blaue Punkte an die Zimmerdecke. Und sein großer Bruder hatte 150 Wikinger-Kriegsschiffe und versenkte mit Vorliebe die englische Hood. Beide gemeinsam hatten eine wundervolle Eisenbahn, Spur „0“ die Truppen transportierte, zum Beispiel in die Küche. Dort entlud meine Großmutter die Truppentransporte stellte Apfelsaft und Kuchen in die Waggons, und ab und zurück ins Wohnzimmer. Leider fiel in das Haus in den letzten Kriegstagen eine britische Phosphorbombe.

Großvater übrigens, obwohl so antimilitärisch, meldete sich zum pflichtbewußt Volkssturm und wurde in Biesdorf bei Berlin 3 Tage vor Kriegsende von einem Russen aus dem Hinterhalt erschossen. Vater aber wurde Arzt. Und trotz seiner Kriegspiele in Feld und Flur und auf dem Wohnzimmerteppich zu einem Kriegsgegner.

Die preußische Armee, die Ulanen, der Alte Fritz und die Haubitze und Onkels 150 Schiffe hatten den Krieg, weil ausgelagert, überlebt. Weil ich der Erstgeborene in der Sippe war bekam ich das alles nach und nach. Heute wäre es ein Vermögen, aber – wir, meine Brüder und ich, haben es zerspielt. Zerschossen, zerschlagen, die Ulanen nochmals massakriert. Lineol ist nicht sehr haltbar und der Kinderzimmerkrieg zeigte Folgen. Es ist nichts geblieben. Die Schiffe habe ich vor dem Umzug für etliche tausend Mark verkauft.

Natürlich wollte ich als Nachkriegskind eine Cowboyausrüstung. Die bekam ich auch, allerdings ohne Schießeisen. Mein Vater und meine Mutter waren der Ansicht, dass, nach diesem mörderischen Krieg, nie wieder eine Waffe in der Hand eines Kindes zu sein hat. Das war grausam. Ein Cowboy ohne Knarre ist wie ein Auto Räder. Ich gab alles um bei meinen Kumpels mal schießen zu dürfe. Als Westberliner musste ich nicht zur Bundeswehr. Ich bin ganz unbedarft. Und, als nach der Wende einige Bundeswehrler in Uniform in der Deutschen Oper auftauchten, hätte ich nie sagen können welchen Rang sie bekleiden. Ich fand sie operettenhaft komisch. Wie ich überhaupt Männer in Uniform immer zum lachen finde und kaum ernst nehmen kann.

Zurück ins Heute des Jahres 2007. Hier in amerikanischen Toys "R" Us sehe ich Kriegsspielzeug zuhauf. Humvees, Tanks, Soldaten, braun uniformiert wie im Irak. Oder Flugzeugträger, die das halbe Kinderzimmer füllen. Und auf der Spielzeugmesse in Nürnberg stellt Märklin, zaghaft, und natürlich nur zum Transportieren und nicht zum Kämpfen, einige Militärfahrzeuge vor. Zitat:

"Das Unternehmen Märklin, das seit 1859 Spielwaren produziert, hatte bis in den Zweiten Weltkrieg hinein neben Eisenbahnen, Blechspielzeug aller Art und Puppenstuben auch Militärspielzeug angeboten. Hohen Sammlerwert haben unter anderem Kriegsschiffe aus der Zeit des Kaiserreichs sowie Metall-Flugzeugmodelle aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, teils mit Hakenkreuz-Hoheitszeichen.

Seit Kriegsende verfolgten die Familien-Eigentümer das Prinzip, kein Militärspielzeug anzubieten, nicht einmal Spielzeugautos mit Tarnanstrich. Interne Diskussionen gab es in der Firma bereits, als vor Jahrzehnten der nie im Großen umgesetzte Entwurf einer Lokomotive aus dem Jahr 1943 zur Versorgung der eroberten Gebiete in Osteuropa und Asien im Modell gebaut wurde." (Die WELT 05.02.2007)
 

Damit die Züge echter durch die Wohnzimmerlandschaft rollen. Und prompt regen sich unsere betulichen Bedenkenträger und Gutmenschen auf. Weil sie die Wirklichkeit ausblenden. Weil sie nicht wahrhaben wollen, dass Deutschland keine Touristenrundflüge in Süd-Afghanistan fliegt, sondern im Krieg ist, wenn auch als Drückeberger.

Und weil sie nicht verstehen, dass es Momente gibt wo die Freiheit nicht mit Worten verteidigt werden kann. Weil der Gegner Argumenten nicht zugänglich ist und Freiheit für ihn ein geringer Stellenwert hat. Diesen Gegnern imponiert nur die Überlegenheit, Kampfeswille und ein angemessener Gegenschlag.

 

Unsere Kinder haben weder Zinn- noch Lineolfiguren. Irgendwie ist es aus der Zeit auf dem Boden rumzukrauchen und seinen Gegner hinter Mutters Nähkasten zu verorten. Sie haben Computer. Da wird geballert. Ganz gelegentlich. Und  - zugegeben selbst das gefällt uns nicht. Wir steuern das sanft, aber nachdrücklich. Es sei denn es ist ein Schlachten-Strategiespiel. Das ähnelt dem Spiel mit Zinnsoldaten. Ansonsten dürfen sie auch mal richtig ballern und den verantwortunsvollen Umgang mit der Waffe lernen. Denn wenn man weiß was man damit anrichten kann, bekommt man Achtung und Respekt vorm Leben.

Es ist mir nicht ersichtlich, warum die Freiheit nicht auch auf dem Teppichboden, zwischen Stuhlbeinen und Sofakissen verteidigt werden darf. Oder am Computer. Truppentransporte sind dagegen ein Klacks. Letztlich auch auf der Modellbahn:

 

Ein Logistikproblem!

 
   

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