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Truppentransporte
Die Gutmenschen. Ja genau die.
Das Wort soll ja geächtet werden, wussten Sie das? Ja, es ist
diskriminierend. Na, die können ächten was sie wollen. Ich
diskriminiere weiter. Jedenfalls dann, wenn
ich Lust dazu habe und wenn die „diskriminierte“ Gruppe
Gutmenschen sind. Das sind die, die einem plötzlich erklären wollen,
was man alles nicht mehr darf. Entweder weil es sich gerade,
also zeitgeistgemäß, nicht gehört, oder weil es politisch unkorrekt
ist, oder aber weil es entweder unsere Seelen, unsere Umwelt, oder die
Empfindlichkeiten irgendwelcher Minderheiten belastet.
Auch in der Kindererziehung haben die Gutmenschen
das Sagen. Und weil noch nicht genügend Menschen ihre Kinder in
Aufbewahrungsanstalten zur politischen Indoktrination
abliefern, will Tante
Ursula ein bisschen nachhelfen, mit 3 Milliarden. Ein
Klacks. Notfalls will sie das Grundgesetz ändern. Wundervoll, wenn man
Gesetzte so nach belieben ändern und der anvisierten Wirklichkeit
anpassen kann. So macht Demokratie den Politikern richtig Spaß.
Neben der Vermittlung des richtigen gutmenschlichen Weltbildes
an die lieben Kleinen, ist der wirkliche Grund aber ein ganz anderer.
Wer rechnen kann sieht, dass das Steueraufkommen bei einer
abnehmenden Bevölkerung nicht mehr ausreicht um der staatsbezahlten
Enteignerkaste die Taschen zu füllen. Und schon gar nicht um
hochfliegende Träume zu verwirklichen, die Hamas zu sponsern,
arbeitsunwillige Migranten zu integrieren und zahllose
Empfängergruppen zu alimentieren. Wenn also
leyenhaft 750 000 Krippenplätze für 3 Mrd. geschaffen werden
heißt das 750 000 mehr Frauen die Steuern erwirtschaften. Da
sind dann die 3 Mrd. allemal wieder drin und noch ein bisschen
Manövriermasse für die politische Klasse.
Aber eigentlich wollte ich über die neueste Aufrege der
Gutmenschen schreiben: Militär- und Kriegsspielzeug.
Das war ja jahrzehntelang aus (nicht nur) deutschen Kinderzimmern
verbannt. Eltern liefen so schamrot an, als ob man sie beim
Liebesakt in der Umkleidekabine erwischt hatte, wenn der liebe Kleine
plötzlich mit einer
Plastikgun vor den Gästen auftauchte. Kriegsspielzeug.
Es gab nichts widerwärtigeres, das war nicht zu toppen. Und so
saßen die gutmenschlichen Eltern bei Parteitagen strickten und
diskutierten Programme zur Antimachostrategie bei Jungen. Sogar ihres
Pimmels sollten sie sich schämen.
Denn, so der Schluss: Wer mit Soldaten, Panzern und Haubitzen spielt
wird gewalttätig und hat Lust auf Krieg. Deutsche aber
führten keinen Krieg, jedenfalls nicht nach 1945 und waren
allenfalls Händchenhalter und Gipsbindenbefeuchter im Sanizelt. Und
sie hatten einen
Friedenskanzler, der lieber einen Diktator noch einige
Hunderttausend in
Abu Ghraib
(ja genau da, als von
Lynndie England
noch keine Rede war…) zu Tode quälen ließ, als ihm das Handwerk zu
legen. Dafür wurden die Amerikaner gerne geschmäht, weil die etwas
besseres
Kriegsspielzeug hatten und, inzwischen den Kinderzimmern
entwachsen, auch einsetzten.

Rückblick: Mein Ururgroßvater war Wirklicher Geheimer
Ober-Justizrats und Oberlandeskulturgerichtsrats und hatte eine
wundervolle Zinnsoldatensammlung mit der auch seine Söhne spielten. Er
war im
Deutsch-Französischen Krieg von 1870–1871 Offizier. Und
natürlich hasste er den Krieg und wollte Heim zu meiner
Ururgroßmutter und den Kindern. Und mein Urgroßvater wurde, obwohl
er seine Kindheit lang mit
Zinnsoldaten spielte, Schlachten nachstellte und Ulanen auf
dem Teppich des Wohnzimmers massakrierte, Arzt und Sanitätsrat
und ein großer Humanist. Der allerdings, der Grausame,
Schmetterlinge aufspießte und in
Glaskästen
sammelte und beerdigte. Mein Großvater dann, ein Studienrat, war total
gegen den Krieg, die Nazis, und alles militärische. Aber er schenkte
seinem Sohn, also meinem Vater, zahllose
Linolfiguren, fast die gesamte
preußische Armee, einschließlich des Alten Fritzen, der eine
Parade abnahm. Mit diesen Figuren spielte also mein Vater als Kind,
mit zahlreichen Kindern befreundeter jüdischer Familien, im Wohnzimmer
des Hauses Ringstrasse 4 in Berlin Steglitz. Es gab eine
Haubitze, von
8
Pferden gezogen, die richtig funktionierte. Vater konnte mit kleinen
Zündsätzen Gummigranaten verschießen. Natürlich, der Lausbub, tauchte
er die Spitze der Geschosse in Tinte und schoss blaue Punkte an die
Zimmerdecke. Und sein großer Bruder hatte 150
Wikinger-Kriegsschiffe und
versenkte mit Vorliebe die englische
Hood. Beide
gemeinsam hatten eine wundervolle
Eisenbahn, Spur „0“ die Truppen transportierte, zum Beispiel
in die Küche. Dort entlud meine Großmutter die Truppentransporte
stellte Apfelsaft und Kuchen in die Waggons, und ab und zurück ins
Wohnzimmer. Leider fiel in das Haus in den letzten Kriegstagen eine
britische Phosphorbombe.
Großvater übrigens, obwohl so antimilitärisch, meldete sich zum
pflichtbewußt
Volkssturm und
wurde in Biesdorf bei Berlin 3 Tage vor Kriegsende von einem
Russen aus dem Hinterhalt erschossen.
Vater
aber wurde Arzt. Und trotz seiner Kriegspiele in Feld und Flur und auf
dem Wohnzimmerteppich zu einem Kriegsgegner.
Die preußische Armee, die Ulanen, der Alte Fritz und die Haubitze und
Onkels 150 Schiffe hatten den Krieg, weil ausgelagert, überlebt.
Weil ich
der Erstgeborene in der Sippe war bekam ich das alles nach und nach.
Heute wäre es ein Vermögen, aber – wir, meine Brüder und ich, haben es
zerspielt. Zerschossen, zerschlagen, die
Ulanen nochmals
massakriert.
Lineol ist nicht sehr haltbar und der
Kinderzimmerkrieg zeigte Folgen. Es ist nichts geblieben. Die Schiffe
habe ich vor dem Umzug für etliche tausend Mark verkauft.
Natürlich wollte ich als Nachkriegskind eine Cowboyausrüstung. Die
bekam ich auch, allerdings ohne Schießeisen. Mein Vater und
meine Mutter waren der Ansicht, dass, nach diesem mörderischen Krieg,
nie wieder eine Waffe in der Hand eines Kindes zu sein hat. Das
war grausam. Ein Cowboy ohne Knarre ist wie ein Auto Räder. Ich gab
alles um bei meinen Kumpels mal schießen zu dürfe. Als Westberliner
musste ich nicht zur
Bundeswehr.
Ich bin ganz unbedarft. Und, als nach der Wende einige Bundeswehrler
in Uniform in der
Deutschen Oper auftauchten, hätte ich nie sagen können
welchen Rang sie bekleiden. Ich fand sie operettenhaft komisch.
Wie ich überhaupt Männer in Uniform immer zum lachen finde und
kaum ernst nehmen kann.
Zurück ins Heute des Jahres 2007. Hier in amerikanischen
Toys "R" Us sehe ich Kriegsspielzeug zuhauf.
Humvees, Tanks, Soldaten, braun uniformiert wie im
Irak. Oder
Flugzeugträger, die das halbe Kinderzimmer füllen. Und auf der
Spielzeugmesse in Nürnberg stellt
Märklin, zaghaft,
und natürlich nur zum
Transportieren und nicht zum Kämpfen, einige Militärfahrzeuge
vor. Zitat:

"Das Unternehmen
Märklin, das seit 1859 Spielwaren produziert, hatte bis in den Zweiten
Weltkrieg hinein neben Eisenbahnen, Blechspielzeug aller Art und
Puppenstuben auch Militärspielzeug angeboten. Hohen Sammlerwert haben
unter anderem Kriegsschiffe aus der Zeit des Kaiserreichs sowie
Metall-Flugzeugmodelle aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, teils
mit Hakenkreuz-Hoheitszeichen.
Seit Kriegsende verfolgten die Familien-Eigentümer das Prinzip, kein
Militärspielzeug anzubieten, nicht einmal Spielzeugautos mit
Tarnanstrich. Interne Diskussionen gab es in der Firma bereits, als
vor Jahrzehnten der nie im Großen umgesetzte Entwurf einer Lokomotive
aus dem Jahr 1943 zur Versorgung der eroberten Gebiete in Osteuropa
und Asien im Modell gebaut wurde."
(Die WELT 05.02.2007)
Damit die Züge echter durch die
Wohnzimmerlandschaft rollen. Und prompt regen sich unsere
betulichen Bedenkenträger und Gutmenschen auf. Weil sie die
Wirklichkeit ausblenden. Weil sie nicht wahrhaben wollen, dass
Deutschland keine Touristenrundflüge in Süd-Afghanistan fliegt,
sondern im Krieg ist, wenn auch als Drückeberger.
Und weil sie nicht verstehen, dass es Momente gibt wo die Freiheit
nicht mit Worten verteidigt werden kann. Weil der Gegner
Argumenten nicht zugänglich ist und Freiheit für ihn ein geringer
Stellenwert hat. Diesen Gegnern imponiert nur die Überlegenheit,
Kampfeswille und ein angemessener Gegenschlag.
Unsere Kinder haben
weder Zinn- noch Lineolfiguren. Irgendwie ist es aus der Zeit auf dem
Boden rumzukrauchen und seinen Gegner hinter Mutters Nähkasten zu
verorten. Sie haben Computer. Da wird geballert. Ganz
gelegentlich. Und - zugegeben selbst das gefällt uns nicht. Wir
steuern das sanft, aber nachdrücklich. Es sei denn es ist ein
Schlachten-Strategiespiel. Das ähnelt dem Spiel mit
Zinnsoldaten. Ansonsten dürfen sie auch mal
richtig
ballern und den verantwortunsvollen Umgang mit der
Waffe lernen. Denn wenn man weiß was man damit anrichten kann, bekommt
man Achtung und Respekt vorm Leben.
Es ist mir nicht ersichtlich, warum die Freiheit nicht auch auf dem
Teppichboden, zwischen Stuhlbeinen und Sofakissen verteidigt
werden darf. Oder am Computer.
Truppentransporte sind dagegen ein Klacks. Letztlich auch auf
der Modellbahn:
Ein Logistikproblem! |
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