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Robin Renitent16. Januar 2007 

   

 

We seem to have overcome

Soviet fascism, though the heirs

of Nazi-fascism live; but the biggest threat

to freedom lies

in Islamic fascism.

 

  Freedom is not

self-evident. 

 

We are at war – and we have to defend ourselves. 

 For the sake of

our children.

 

   
 

Die Zivilisation ist eine hauchdünne Schicht

Es gibt in libertären Selbstverständnis verschiedene Richtungen. Für Andere, nicht für uns, gleichwohl müssen wir die Fakten zur Kenntnis nehmen. Und da gibt es eben linke Libertäre. Was unserer Ansicht nach gar nicht geht, denn „links“ heißt staatsvertrauend und Umverteilung akzeptierend. Die dem Linkssein inhärente Nähe zum Sozialismus schließt eine Gleichzeitigkeit mit dem Libertarismus aus. Freiheit und Sozialismus sind wie Wasser und Feuer, nicht, auch wenn es Leute gibt, die so was behaupten, kompatibel. Das sozialistische Wasser würde immer die Flamme der Freiheit erlöschen.

Kritiker werden nun kurzschließen und sagen, aah, dann ist Libertarismus also mit Rechts kompatibel. Auch dem widersprechen wir. Rechts und links sind austauschbare Ideologien und gerade heute, wo wir im Islam neue Gefahren für die Freiheit ausmachen können, sehen wir die Nähe und die Überschneidungen aller 3 sich unterschiedlich gebenden Richtungen, die doch letztlich so deckungsgleich sind.

Libertarismus kann also nur dem Konservativismus nahe sein, denn in der Bewahrung der Werte die ihn ausmachen treffen sich beide Ismen. Eigentum wird von beiden Richtungen respektiert, Familie und Primärtugenden sind nicht verteufelte Werte und auch Toleranz ist nicht ein Wort der Zweckliberalität. Das Libertäre zwar konservativ aber staatsferner sind ist denn wohl auch der wesentliche Unterschied. Natürlich sind solche Libertär-Konservativen allen Richtungen verdächtig, entziehen sie sich doch der Vereinnahmung und Umarmung großer Bewegungen und pflegen eher einen individualistischen Separatismus. Es gibt, aus unserer Sicht, kein (gleichwertiges) Vertragsverhältnis zwischen einem Staat und seinen Einwohnern.


Nach Jahren der Distanz zu der rechten Wochenzeitschrift Junge Freiheit, und dem zugegeben heimlichen Lesen der frei verfügbaren Onlineartikel, steigt in uns immer mehr die Verwunderung darüber, warum diese Zeitschrift als „rechts“ und nicht konservativ eingeordnet wird. Wenn wir die Mainstreambemerkungen zu diesem Thema verfolgen, über Jahre, kann eigentlich immer nur ein Schreiber vom anderen Schreiber abgeschrieben haben. Unisono die gleiche Kommentierung und Bewertung. Wir, die wir uns Israel in Freundschaft verbunden fühlen, wir, die wir überlegen 2008 für ein Jahr dort hinzuziehen, wir, die wir uns immer gegen nationalsozialistisches Gedankengut gewehrt und in Rechten (wie in Linken) unsere größten Gegner gesehen haben, können nicht umhin anzuerkennen, dass gerade in der Jungen Freiheit kluge und lesenswerte Artikel sehr honoriger Zeitgenossen zu finden sind. Das die Zeitschrift das Ende der Beobachtung des Verfassungsschutzes erstritten hat sein nur am Rande erwähnt.

Ein solcher Autor ist, neben etlichen Anderen die uns gefallen, besonders Roland Baader. Wenn er dort schreibt, als Verkörperung der Unabhängigkeit und grandioser Verfechter der Freiheit, kann es um die Zeitschrift so schlecht nicht bestellt sein. Wie auch immer, wenn es überhaupt jemanden gibt den ich gerne treffen und von ihm lernen würde, dann wäre es Roland Baader.

In seinem neuesten Artikel, Die papierne Illusion

(JUNGE FREIHEIT 39/06 22. September 2006) schreibt er:


"Die Zivilisation ist eine hauchdünne Schicht über dem dicken Lebensteig unserer Triebe und Instinkte. Sie gehört nicht zur Erbmasse, sondern muß in jedem neugeborenen menschlichen Wesen durch sorgsame Weitergabe seitens der zuständigen Erwachsenen neu herangebildet werden. Der hauptsächliche Ort, wo dies stattfindet, ist die Familie. Zivilisatorische Hochblüten hat es in der Menschheitsgeschichte schon etliche und schon vor langer Zeit gegeben, aber das, was den Namen "moderne Zivilisation" verdient, ist nicht viel älter als hundert Jahre."


Nicht, das wir dies nicht täglich leben würden, aber wer könnte es besser formulieren? Es ist genau das, was wir unseren Kindern täglich vermitteln, ohne Scheuklappen und ohne, im Gegensatz zu Baader, ein enges christliches Korsett. Unsere Distanz zur Kirche wäre dann auch das Einzige wo wir Unterschiede zu seiner Auffassung sehen, ohne zu vergessen, dass unser Atheismus christliche Wurzeln hat.


Aber, und darauf legen wir besonderen Wert in der Erziehung unserer Kinder, wir sind mit ihm, Baader, durchgängig einig wenn es um die Bewertung des Geldes geht. In unserer Familie, die sich ständig, oft erfolgreich, aber nicht immer, gegen eine Übermaterialisierung des tägliches Lebens wehrt, (zugegeben auf einem komfortablen Niveau) kommt aber der Bewertung des Geldes eine besondere Rolle zu. Froh nicht in einer Gegend zu leben wo der Niketurnschuh bereits im Leben der Heranwachsenden zum Maß der Dinge geworden ist, vermitteln wir Sichten wie die Folgende:


Baader:
"Nun stehen Geld und persönlicher Charakter miteinander in engerer Verbindung, als so mancher wahrhaben will. Sowohl das Selbstwertgefühl einer jeden Person als auch ihr angestrebter Status in der Gesellschaft hängen - zwar nicht ausschließlich, aber wesentlich - davon ab, wie ihre Arbeit von der Gesellschaft und vom näheren Umfeld, in welchem die betreffende Person lebt, bewertet wird. Und diese "Bewertung" drückt sich vorwiegend in Geld ("Verdienst") aus. Geld ist also ein überaus wichtiger Wertmaßstab in der Gesellschaft, nicht nur für Güter und Dienste, sondern auch für die mit diesen Gütern und Diensten umgehenden Personen. Das Bewusstsein der Menschen, für ehrliche Arbeit ehrliches Geld zu bekommen, war noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts geradezu charakterbildend. Und die Stabilität des Geldwertes war auch ein Generationen übergreifendes Bindeglied für die Stabilität und den Zusammenhalt einer jeden Gemeinschaft."


Das ist der Humus aus dem unsere libertären Vorstellungen erwachsen. Es geht also nicht nur darum den Kindern das Verhältnis von (ihrer) erbrachten Leistung zum Wert eines Ipod zu vermitteln, sondern ihnen besonders ins Bewusstsein zu rufen, dass der möglicherweise erstrebenswerte Besitz seines solchen modischen Gerätes nicht ohne anerkannte und angemessen bewertete Gegenleistung möglich ist. Und da wir zwar individualistisch-sezessionistisch leben, aber nicht abgekoppelt vom Wertverfall der uns umgebenden Gesellschaft (en) haben wir Anstrengungen zu unternehmen um der wie folgt beschriebenen Erosion entgegenzuwirken:


"Wird nun das Geld permanent wertlos gemacht, so löst sich sukzessive auch das Wertempfinden und das Wertverständnis der Gesellschaftsmitglieder auf. Inflation ist nicht nur ein Vernichtungswerk für materielle Werte, sondern auch für ideelle und moralische Werte. Etwas nüchterner sprechen die Ökonomen von einer "Veränderung der Zeitpräferenz der Individuen". Weil die Leute wissen, daß in einem inflationären Umfeld "morgen alles teurer" sein wird und daß Sparen sich nicht lohnt, weil die Ersparnisse im Zeitablauf immer wertloser werden, schätzen sie den Konsum in der Gegenwart zunehmend höher ein als den Konsum (und die Sicherheit) in der Zukunft. Die Zeitpräferenz driftet rasant aufwärts in Richtung des Heute und Jetzt: "Ich will alles - und zwar sofort!" Zugleich wird es immer einfacher und lohnender, sich Geld zu leihen, also Schulden zu machen, weil man erwarten kann, die Schulden später mit wertloserem Geld zurückzahlen zu können."

Das Investment in Bildung und Erfahrung wäre also ein dauerhafteres, weil nicht durch Inflation bedrohtes. Wenn wir jährlich drei Monate reisen bieten wir den Kinder zwar etwas vergängliches aber dennoch verankerbares. Wohingegen der Ipod bereits morgen schon wieder überholt ist. Was zu verkraften wäre, aber bei gleicher Arbeitsleistung ein mehrfaches für einen im Prinzip nur technisch geupdateten Artikel ausgeben zu müssen, macht des ganzen Wahnsinn der Entwertung deutlich.
„Inflation "geschieht" nicht einfach, sondern wird gemacht.“ schreibt Baader uns gibt uns damit die Handlungsweise vor wie wir versuchen können uns der Enteignung zu entziehen. Zunächst ist unsere Ablehnung der Politiker und der Regierungen (en) also pädagogisch gerechtfertigt. Denn „Staat und Regierung leben den Bürgern in großem Stil vor, wie man endlos Schuldenberge anhäuft und Verschuldung zur Tugend macht.“ Können verantwortungsbewusste Eltern ihre Kinder also zu Teilnehmern am Sozial- und Wohlfahrtsstaat erziehen? Mitnichten. Und so ist es der tägliche Balanceakt den Kindern klar zu machen, das gerade das, was ihnen in Schule und Gesellschaft gelehrt und vorgelebt wird, kritisch zu hinterfragen ist. „Zum Zweck des Machtgewinns und Machterhalts redet er den Leuten ein, sie könnten sich stets und für alle Zukunft auf sein "soziales Netz" verlassen, wenn beim Konsumrausch und bei der Schuldenmacherei mal etwas schiefgehen sollte. Auch die Vorsorge fürs Alter sei ziemlich überflüssig, denn die Rente sei "sicher".“ (Baader)

Jeder unserer, die Kinder unterrichtenden Lehrer ist Teil dieses Systems und die vermittelte Sicht ist entsprechend. Es ist nicht immer einfach dem entgegen zu wirken. Aber es bleibt DIE Aufgabe, gerade bei unseren Kindern jede Anhängigkeit vom Staat und seinen Institutionen zu verhindern und sie zu lehren sich seiner Umarmung zu entziehen.  
„Mit dem staatlichen Papiergeld und seiner beliebigen Vermehrbarkeit aus "heißer Luft" läßt sich das kranke Spiel lange betreiben. Aber irgendwann endet jeder Rausch, auch der von der Droge Falschgeld (Papiergeld) erzeugte.“

Es ist Fakt, dass niemand, den wir im öffentlichen Leben bisher getroffen haben, niemand unserer Banker, die uns schon deshalb keine Aufmerksamkeit zukommen lassen, weil wir bei ihnen keine Schuldner sind, und auch niemand unserer westlichen Freunde mit dem Thema Werterhalt auseinander setzen will. Wenn wir auf das Thema Gold- oder Goldstandard kommen wird müde abgewinkt. Die Beschäftigung mit dem drögen Thema erscheint mühsam, der ausgelatschte Gang bequemer. Resonanz erleben wir nur bei unseren russischen und iranischen Freunden. Sie haben Inflation noch selbst erlebt. In uns ist das Bewusstsein für die Gefahr verloren gegangen und die Erinnerungen unserer Großeltern sind verblasst.

Noch einmal Baader:
"In dieser umgekehrten Scheren-Falle wird alles zermalmt, was sich heute noch Mittelstand nennt. Und weil sich das alte Tugendgerüst der Gesellschaft im Konsum- und Kreditrausch aufgelöst hat, zeigen sodann schlangenköpfige Erinnyen ihre Häupter - und sie tragen die Namen Revolution, Diktatur und (Bürger-) Krieg."

 
   

 

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