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Der Exhibitionist
Er kann’s nicht lassen. Unser T. Krienen reibt sich selbst in der
friedvollen Vorweihnachtszeit am Objekt seiner Begierde, an Henryk M. Broder. Und weil alleine reiben bei ihm nicht mehr so richtig klappt, beglückt er ungefragt die Menschheit, also Teile davon, also jedenfalls mich, mit einer Email. In dieser kündigt Krienen die Ankündigung einer Unterlassungsaufforderung
an. Nu haben wir ja Verkündigungszeit und da passt das ja schamhaargenau: „Rund 60 Menschen haben die
Äußerungen des Journalisten Henryk M. Broder, der für u.a. für den „SPIEGEL“, den „Tagesspiegel“ und die „Jüdische Allgemeine“ schreibt, missbilligt. Broder hatte die in Spanien lebende transsexuelle Autorin Tanja Krienen, mehrfach und öffentlich über einen dreimonatigen Zeitraum hinweg, wegen ihres persönlichen Hintergrundes in drastischen
Worten beleidigt.“ Krienen, hält ihren persönlichen Hintergrund für so
wichtig, daß er natürlich davon ausgeht, daß man ihn kennt. Nur welcher Hintergrund? Bildungshintergrund? Erziehungshintergrund? Au wei, ein Klick auf die Seite entlarvt. Kann sich also nur um den politischen Hintergrund handeln, nur --- der wechselt ja ständig, wie bei einem Chamäleon, die Farbe. Oder sollte es doch der sexuelle
Hintergrund sein? Nur, wer interessiert sich dafür außer Herr Krienen selbst? Im Zeichen der Wichtigkeit ist das für Selbstbespiegeler und geistige Masturbanten natürlich bedeutsam. Aber für den Rest der Menschheit?
Immerhin will Krienen schon 60 Unterstützer versammelt haben. Und dann führt er die üblichen Verdächtigen an, die eher einen Lachanfall verursachen, als ernsthafte Besorgnis auslösen können. Wer es nötig hat sich der genannten Halbeier und Dauerunterzeichner zu versichern, lässt einmal mehr seine Hose fallen.
Was könnte nun verräterischer noch sein? „Dem Protest schlossen sich Menschen aus dem kulturellen Bereich, der
Publizistik, betroffene Transsexuelle und viele andere demokratische Personen an, u.a. der Schlagersänger – und Produzent Christian Anders, die Publizistin Katharina Rutschky, die Buchautoren und Journalisten Arne Hoffmann und Klaus Behling, sowie der frei schaffende Künstler Erhard Arendt.“
Ich bin ja so beeindruckt, auch weil Krienen weiterkläfft und mir nun verrät:
„Unterdessen hat Krienen ihren Anwalt beauftragt, eine Unterlassung gegen Broder zu erwirken, inklusive
eines Widerrufes seiner Aussagen auf der Homepage des publizistischen Netzwerkes der „Achse des Guten“, wo diese Beiträge eingestellt wurden. Krienen sagt dazu: „Adäquate Beleidigungen gegen z.B. einen schwarzen Fußballer, hätten bei jedem Profiverein eine vereinsinterne Strafe nicht unter
10 000 Euro ergeben, plus einer vehementen öffentlichen Debatte. Profis der deutschen Publizistik, tätig beim „SPIEGEL“, „TAGESSSPIEGEL“, „JÜDISCHE ALLGEMEINE“ oder „DIE WELT“ dürfen dies anscheinend. Hinzu kommen mehrere nicht
geahndete Brechungen des Briefgeheimnisses. Ein unfassbarer Umstand, der sehr viel über das derzeitige politische Klima in Deutschland aussagt, scheint doch die demokratische Kultur einem potjomkinsches Dorf zu gleichen: sehr viel bunte Fassade, aber dahinter keine Substanz, - ein blankes Nichts.““
GEIL! Was Krienen hier verklickern will ist, daß man Krienen zu fürchten hat. Immerhin kann sich Krienen eine Anwalt leisten und er kann richtig dolle böse werden und drohen. Nun bin ich
aber eingeschüchtert. Fassen wir zusammen: Krienen ist in Weihnachtsstimmung. Krienen schickt mir unaufgefordert
eine Email. Wenn Krienen gegen den großen Broder antritt, sollen auch alle Anderen die Klappe halten. Krienen kann sich einen Anwalt leisten.
Krienen ist bar jeder Männlichkeit, was Wunder, und kämpft nicht selbst, sondern lässt kämpfen.
http://www.campodecriptana.de
Alle Krienen - Links um das Bild abzurunden: http://krienendossier.blogsome.com/images/tk1.png
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Photo © 2005 rebellog/Luigi Pepperoni |