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Eine Wissenschaftlerin (!?) für Deutschland
Wir sind umgeben von
wichtigen Menschen. Je weniger sie inhaltlich zu sagen haben, desto wichtiger und lärmender verkaufen sie sich. Unwichtige Menschen gibt es in unserer Zeit nicht. Wichtig sein ist Dasein.
Wer früher seinen Magister in (z.B.) Literaturwissenschaft machte stand damit auf der untersten Stufe der Leiter einer späteren wissenschaftlichen Laufbahn. Magister ist der erste wissenschaftliche Grad nach einem abgeschlossenen Hochschulstudium, der Magister bedeutet also das Ende des Studentendaseins. Wer eine Malerlehre abschließt ist
Geselle und damit auf der ersten Stufe einer unbeaufsichtigten Tätigkeit und noch weit entfernt davon ein Malermeister zu sein.
Vor die höheren Weihen haben die Götter also in allen Berufen den Schweiß gesetzt. Aber nicht nur den. Auch die Erfahrung will erworben sein. Und in klassischen humanistischen Berufen war die Erfahrung immer auch begleitender Teil einer späteren erfolgreichen wissenschaftlichen Tätigkeit. Die Erfahrung aber setzt sich zusammen aus der Berufs-
und der Lebenserfahrung. Wobei letztere gerade den entscheidenden Teil ausmachte auf dem Weg zu einer in ihrem Beruf glänzenden Persönlichkeit. Das dafür gewisse Zeitvorgaben abgearbeitet und abgewartet werden mussten ist verständlich, Erfahrung kann nicht gekauft noch über nacht gewonnen werden.
Schauen wir uns nun also die Biografie einer Andrea Nahles an: Berufsbezeichnung bereits: Literaturwissenschaftlerin. Mein Gott die Frau ist 35 Jahre alt und hat ihren Magister gemacht. Wissenschaftlerin? Eine Anmaßung sondergleichen. Magister der Literaturwissenschaft hätte, auf ihrer Bioseite des Deutschen Bundestages jedenfalls
wirklichkeitsnäher und vor allem bescheidener geklungen. Über ihre Doktorarbeit sagt sie: „Meine Freizeit wird reichen müssen, um das Projekt zu beenden.“ Na klar doch, erschreiben sie sich den Titel in ihrer Freizeit. Nur Wissenschaftlerin sind sie deshalb noch lange nicht.
Schauen wir auf ihrer Homepage weiter. Die überschreibt sie mit „Links. Engagiert. Menschlich“, also Allgemeinplätzen die suggerieren sollen daß „links sein“, bereits auch „menschlich“ ist. Andere Sichtweisen schließt das ohnehin aus. Also eine Art Abonnement auf die Menschlichkeit. Also auf die Vitaseite. 1988 Eintritt in die SPD, 1989
Gründung des SPD-Ortsvereins Weiler, 1993-1995 Landesvorsitzende der Jusos in Rheinland-Pfalz, 1995-1999 Bundesvorsitzende der Jusos, 1997 Mitglied im SPD-Parteivorstand, 1998-2002 Mitglied des Deutschen Bundestages, 1999 Mitglied des Kreistages Mayen-Koblenz, 1999 Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Mayen-Koblenz, 2000 Mitbegründerin und
Vorsitzende vom Forum Demokratische Linke 21, 2002-2003 Mitarbeiterin IG-Metall, 2003 Mitglied des SPD-Präsidiums, 2004 Beginn der Promotion (Germanistisches Seminar der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn), 2004 Leiterin der Projektgruppe Bürgerversicherung beim SPD-Parteivorstand, außerdem Mitglied IG Metall, Mitglied bei
EUROSOLAR, Mitglied im ZDF-Fernsehrat. Naja und heute: 31.10.05 * Der SPD-Parteivorstand hat heute in geheimer Abstimmung dafür gestimmt, Andrea Nahles auf dem kommenden Bundesparteitag für das Amt der SPD- Generalsekretärin vorzuschlagen.
Wunderbar. Eine Bilderbuchkarriere wie unbedarfte Bewunderer offenen Mundes sagen werden. Aber ist dem so? Wenn A.Nahles diese zahlreichen zum Teil sich überschneidenden Aufgaben tatsächlich ernst genommen hat und ihre Zeit dort verbracht hat, muss sie wohl sonst hätte man sie nicht überall gewählt, bleiben deutliche Fragen. Wann hat die Frau
gelebt? Wann hat die Frau je gearbeitet? Ja,ja nicht am Schreibtisch über ihrem Magisterthema, im Leben, mein ich, im Leben. Also draußen vor der Tür. Wo hat sie Erfahrungen sammeln können, wo statt mitquatschen sich schinden, anmotzen, mobben, behaupten, durchsetzen müssen. Wann je Existenzangst verspürt, wo Arbeitsprozesse und Abläufe
erfahren, erlebt? Wo Theorie an Praxis erprobt? Woher hat sie ihr Wissen? Ihr Wissen über Wirtschaftsabläufe, politische Strömungen, politische Denker, Alternative Gesellschaftsmodelle, also Modelle die sich von ihrer eingefahrenen SPD-Denke unterscheiden. Wann hätte sie diese Dinge erfahren und durchdenken können? Hat sie nicht den ganzen
Tag in der UNI gesessen und den anderen ganzen Tag auf irgendwelchen SPD-Versammlungen? Gibt’s A.Nales doppelt? Hatte sie vielleicht zwei Leben? Einen Deal mit dem lieben Gott für ein Leben ohne Nahrungsaufnahme, ohne Schlaf?
Also klicke ich auf der A.Nahles Seite hin und her und suche wofür sie nun eigentlich steht, was von ihr kommt, welche Erfahrungen sie gemacht hat, in welche Theorie dieselbigen münden. Nichts. Ah, da ein selbstverfasster Brief an Angela Merkel, genau 13 Zeilen lang. Na super. Ansonsten lauter Pillepalle, hier eine Eröffnung, da eine paar
Worte, hier einmal Frage und Antwort. Also weiter auf andere Seiten. Manchmal finde ich ein Interview und einige Worte die sie tatsächlich selbst sagt. Aber nichts was einen vom Hocker haut, Dinge die auch jeder andere hätte sagen können. Schablonenantworten, vorgestanzt und aus dem Weltbild der SPD. A.Nahles ist eine Parteilinke kommt immer
wieder heraus. Aha. Das reicht.
Welch eine Anmaßung, welche eine Unverfrorenheit. Welch eine Impertinenz. Modelle für Deutschland? Ratschläge,?Politik an entscheidender Stelle betreiben wollen? Generalsekretärin?
Ein Kammerjäger geht. Eine wissenschaftliche Heuschreckenvernichterin kommt. Wie viel mutet sich die SPD noch zu. Wie viel mutet die SPD Deutschland noch zu.
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