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Man stelle sich Onkel Gerhard vor einer Deutschlandfahne vor:
Proud to be a .... Zum Artikel von Statler & Waldorf : Patriotismus
Am Thema vorbei würde mein Lehrer zu meinen Überlegungen gesagt haben. Aber immerhin hat Statler & Waldorf in mir was ausgelöst. Deutschland sieht, wenn man im Ausland lebt, so klein aus. Hinter uns an der Küchenwand hängt eine
Weltkarte, damit die Kinder bei Unterhaltungen immer gleich lernen wo was liegt. Da passt auf Deutschland gerade ein 5 Dollarstück. Und das war’s dann auch, da siehste von Deutschland nix mehr. Jedenfalls auf der Karte. Und in der Wirklichkeit, da ist Deutschland, nur bei den Deutschen wichtig. Und bei einigen intellektuellen Kommentatoren
die unsere Befindlichkeit analysieren.. Und im Reisebüro als Reiseziel, aber neben vielen anderen Zielen.
Ja, ich bin Deutscher, und ich liebe dieses Land, seine Dichter, seine Musiker, seine Architektur, seine Landschaften und natürlich meine Sprache. Meinen Pass gebe ich auch nicht ab, aber das hat pragmatische Gründe. Da mir eine Zweitstaatsbürgerschaft verwehrt wird, verlöre ich den easy Access zu good old Europe. Und wir reisen nun mal viel.
Reines Zweckdenken. Im Zeitalter einer Globalisierung (die ich positiv sehe) auch des Denkens und einem durch TV, Reisen, Internet etc. egalisierten Weltbild, also, bei Weltbürgern einem praktizierten Kosmopolitismus, ist es affig nationalpatriotisch zu sein. Wobei ich fairerweise zugebe, daß mich der amerikanische überhaupt nicht stört, weil
er etwas freudig Natürliches hat, nicht von oben verordnet wurde, sondern im Volke gelebt wird. Der kanadische Patriotismus ist da schon nerviger, weil von unterschwelligem Komplex (gegenüber den USA) getragen und festgemacht an völlig lächerlichen Ereignissen und Werten die bemüht ein Nationalgefühl etablieren sollen. In Russland, wo meine
Frau herstammt und wo ich oft bin, ist man inzwischen, jedenfalls in der jüngeren Generation und in Moskau in der dieser Frage völlig relaxt und nur ein paar alte Säcke oder verirrte Glatzen und Lederjacken (à la Neonazis in Deutschland) heulen in die Schirinowski Direction. Früher war er ja in diesem Vielvölkerstaat von oben verordnet.
Und weil man auch das Wort Heimat in manche Sprachen schlecht übersetzen kann, und Heimat für mich immer da ist wo ich mich wohl fühle, und wenn es im Bett mit meiner Frau ist, kann auch ich mit dem herkömmlichen Patriotismus so wenig anfangen. Allerdings, in der Sprachwahl würde ich dann lieber patriotisch als nationalistisch sein wollen.
„Proud to be a Canadian“ klingt in meinen Ohren übrigens genauso affig wie „Ich bin stolz Deutscher zu sein“. Stolz kann man nur auf eigene Leistungen sein. Der Zufall der Geburt auf einer bestimmten Scholle kann jedenfalls nicht ursächlich für Stolz sein. Oder für patriotische Gefühle!
Irgendwo hatte ich es ja schon mal geschrieben. Als ich hier, wo in jedem Vorgarten ein Fahnenmast steht, meine Zelte
aufschlug und aus Höflichkeit gegenüber den Nachbarn die Landesfahne hochzog, fragten sie mich warum ich nicht die deutsche Fahne flattern lasse. Ich konnte nicht, ich kann nicht. Nachdem ich das Maple Leaf nun aus Witterungsgründen drei Mal ausgetauscht habe, kommt nun einen Piratenflagge an den Mast. Oder das Rebellog-Zeichen. Am Auto ist
ein USA und ein Isreal-Sticker. Nur so. |
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