| |
Steuern sparen, aber wie?
Zur Patriotismusdebatte von Statler & Waldorf :
Ich würde nie gegen Steuerschlupflöcher wettern, noch finde ich es unpatriotisch sein erarbeitetes Eigentum zu retten. Wenn es schon so was wie Patriotismus geben soll, dann zunächst den gegenüber meiner Familie und deren Bestand. Da, aus meiner Sicht, Steuern eine fortwährende Enteignung sind, ein Diebstahl an
erarbeitetem Eigentum und ich andererseits kein gleichwertiges Vertragsverhältnis mit einem Staat habe, ist es, bei nur einer einmal verfügbaren Lebenszeit, vielleicht nicht legal, aber durchaus legitim mein Eigentum zu retten. Erfreulicherweise wird es immer Schlupflöcher geben. Es ist nicht ein Mangel an Patriotismus, wenn man ein Schiff,
das von einem unverantwortlichen Kapitän auf Grund gesetzt wurde, vorübergehend verlässt. Das machen nicht nur Ratten, sondern auch jeder Maat um die Entwicklung und das Vergehen des Sturmes vom Rettungsboot oder von Land aus abzuwarten. Vielleicht fällt ja auch der Käpten besoffen von Bord.
Es ist geradezu ein moralischer Auftrag und eine Verpflichtung Steuern zu hinterziehen und der Familie zu erhalten. Wenn man nämlich andererseits den Staat nicht für alles und jedes, zum Beispiel Ausbildung, Versorgung etc. in Anspruch nehmen will. Die Aufforderung der Politik sich um sein Alter selbst zu sorgen, also abzusichern kann nämlich
nur dann erfüllt werden, wenn nicht ständig ein Aderlass an der Substanz erfolgt. Nicht Geiz ist geil, sondern Egoismus ist Zukunftsplanung: Wenn es der Familie gut geht, geht’s auch dem System gut. Das es der Familie gut geht ist zunächst und ausschließlich von eigenem, umsichtigem und verantwortlichem Handeln anhängig. Würde ich nicht
Steuern hinterziehen hätte ich meinen Auftrag als Ehemann, Vater und auch mir selbst gegenüber verfehlt.
Das diese Gedanken sich nur heimlich einer Zustimmung erfreuen liegt daran, daß über Jahrzehnte ein Rechts- und Bewusstseinskonsens geschaffen, besser indoktriniert wurde, der alternative Organisationsformen ächtet. Wer Knete hat, kann auch Knete spenden. Wer enteignet wurde kommt um dieses Erlebnis drumrum. Will sagen: Nur wer hat kann
geben. Und eine patriotische Regierung verhindert nicht den Wegzug, die Investition in anderem Lande, sie schafft Bedingungen die so attraktiv sind, daß man sich freiwillig wirtschaftspatriotisch verhalten möchte. Für Linke, die eine Rundumbevormutterung anstreben natürlich schwer zu schlucken. |
|