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Robin Renitent,  13. Mai  2005

   

 

We seem to have overcome

Soviet fascism, though the heirs

of Nazi-fascism live; but the biggest threat

to freedom lies

in Islamic fascism.

 

  Freedom is not

self-evident. 

 

We are at war – and we have to defend ourselves. 

 For the sake of

our children.

 

   
 

InquisitorInnen am Roshmal

Als ich noch in Deutschland lebte und, vor Jahren, Lea Rosh im Fernsehen - irgend so ein Magazin, ich glaube im SFB oder NDR - sah, fiel mir immer eins auf: Ihre inquistorischen Fragen. Nein nicht investigativ, das hätte ich gut gefunden, inquistitorisch war ihre Fragestellung. Die Frau inszenierte sich durch die Art und Weise wie sie fragte selbst. Es gab, meiner Erinnerung nach, wenig Interviewte die dagegen halten konnten. Oft ging es mir wie dem Fußballfan im Sessel, der auch die besseren Tore schießt, und ich dachte, Mensch nun sag doch dies oder das. Aber es kam nicht, es kam nur irgendwas von Leah Rosh, die das Besitzrecht an bestimmten Themen hatte.

Dann kam diese Mahnmalgeschichte und ich dachte mir, wer bekommt dieses Mahnmal? Deutschland, die Juden, die Jugend um zu lernen, die Neonazis um sie zu mahnen, die Hinterbliebenen um zu trauern, der Architekt um seinen Namen in die (Architektur-) Geschichte eingehen zu lassen? Und je mehr ich die Debatte beobachtete wurde mir klar. Das Mahnmal war für Lea Rosh. Und angesichts der Backenzahndebatte erstaunt mich nur eins: Warum hat sie nicht verlangt eine Locke aus ihrem Haar dort in die Steelen zu betonieren. Das hätte sie verdient - das wäre das mindeste was man hätte für sie tun könnnen. Nun wird es vielleicht nichts damit, weil es unglücklicherweise zuviele Menschen gibt die Lea einfach nicht verstehen, nicht verstehen wollen, das man nicht "Berufsjude" werden kann. Am sympathischsten bleiben immer die Wohltäter, die bescheiden im Hintergrund wirken und der Sache dienen - nicht sich selbst.

Hier einer der besten Kommentare zum Thema, den ich finden konnte:

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/meinung/447341.html

 

Freitag, 13. Mai 2005 Berliner Zeitung

Analyse

Der Göttin Backenzahn
Lea Rosh ist nicht verrückt. Das ist keine gute Nachricht, im Gegenteil, es ist das Problem
Christian Bommarius

Haben es denn die Juden in Deutschland noch immer nicht begriffen? Muss man ihnen wirklich alles immer und immer wieder erklären, bis sie endlich verstanden haben und also schweigen? War es ihnen seit Beginn der Debatte vor 17 Jahren tatsächlich nicht klar, dass das zu errichtende Denkmal für die ermordeten Juden Europas keineswegs ein Ort der Erinnerung an Schuld und Verbrechen sein würde, keine Gedenkstätte, nicht einmal ein Kunstwerk, sondern ein sakraler Raum, in dem die Hohepriesterin Edith, selbst genannt Lea, Rosh die Anbetung der gleichnamigen Göttin besorgt? Wenn an diesem Ort die Hohepriesterin spricht, dann haben die Besprochenen - die Juden, die lebenden und die toten -, gefälligst zu schweigen. Wird hier ein Gottesdienst gefeiert - und hier wird seit Jahren, schon lange vor der Eröffnung nie etwas anderes gefeiert -, dann mögen die Juden Gebete murmeln, so lange und so viel wie sie wollen, aber angebetet wird hier einer nur, genauer gesagt: eine.

Bisher galt Lea Rosh lediglich - wie das Magazin der Süddeutschen Zeitung vor kurzem bündig zusammenfasste - als "fanatisch, herrschsüchtig, einschüchternd, ignorant, unnahbar". Sie durfte, sie musste - bei allem verdienstvollen Engagement für die Entstehung des Holocaust-Mahnmals - als peinliche Figur betrachtet werden, die sich in ihrem öffentlich zelebrierten Schmerz über die Judenvernichtung von keinem Juden übertreffen ließ. Als sie Peter Eisenman, den jüdischen Architekten des Mahnmals, einmal bei einer unvorsichtigen Bemerkung ertappte, hielt sie ihm vor, seine Eltern seien nicht im Holocaust ermordet worden, weshalb es ihm an der gebotenen Sensibilität gebreche. An die ins äußerste getriebene Unverschämtheit, die in diesen Worten einer nichtjüdischen Deutschen lag, an ihre unirritierbare Kaltschnäuzigkeit, einem Juden und dessen Eltern das Überleben im Holocaust samt den beklagenswerten Folgen vorzuhalten, hatten sich jüdische und nichtjüdische Deutsche im Verlauf der Jahre immerhin fast gewöhnt.

Nun aber ist es höchste Zeit, Hohepriesterin und Gottheit aus dem Tempel zu peitschen.Die Schamlosigkeit, mit der sich Lea Rosh im Wortsinn einen Dreck um den religiösen Ritus der Juden schert und einen von ihr höchst persönlich in einem KZ unterschlagenen Backenzahn in einer der 2 711 Stelen "beizusetzen" wünscht, die pathologische Indolenz, mit der sie auf den Protest nicht nur des Zentralrats der Juden in Deutschland und der Jüdischen Gemeinde in Berlin reagiert und auf das Unbedenklichkeitszeugnis eines Rabbi verweist, als bezeugte nicht schon der erbitterte Protest die Bedenklichkeit - das hätte schon genügen müssen, um ihr endlich das Handwerk zu legen. Doch wurde es ihr nicht gelegt, so wird es folgerichtig kriminell: Lea Rosh hat Paul Spiegel, dem Vorsitzenden des Zentralrats, empfohlen, er solle sich gefälligst über den jüdischen Ritus "besser informieren". Hoffentlich wird er dann begreifen, dass sechs Millionen Juden nicht umsonst gestorben sind, wenn ein Backenzahn dank der Segnung Roshs als Reliquie in einer Stele überlebt.

Lea Rosh ist nicht verrückt. Das ist keine gute Nachricht, im Gegenteil, es ist das Problem. Wäre sie verrückt, könnte man sie getrost als anerkannte Närrin weiterhin gewähren lassen. Selbst ihre vorletzte Ankündigung, den Backenzahn "heimlich" in das Denkmal einzulassen - ein Verbrechen im Dunkel der Nacht ist bekanntlich eine sakrale Handlung -, und ihre letzte, noch ein wenig damit zu warten, ließen sich dann mit einem Achselzucken ertragen. Aber sie ist keine Närrin, ihre Schuldfähigkeit steht außer Frage. So lautet das Urteil: Lea Rosh ist die hässlichste Deutsche dieser Tage. Ihr Wort ist uns Ekel und eine Qual und eine Schande ist sie jedem, der fühlt.

 

 
   

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