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Prügelstrafe für Schulreformer Es ist ja wirklich schade, daß die Prügelstrafe abgeschafft wurde. Nicht, daß ich der Ansicht bin man solle Schüler prügeln,
aber man sollte die kräftig übers Knie legen, die seit Jahrzehnten Schüler und ihre Eltern mit Schulreformen überziehen. Ich bin ja auch nicht gegen Reformen, gelegentlich gehört ja was gründlich reformiert, die Politik sowieso, aber, ohne übetreiben zu wollen, ich habe etwa 5-6 Schulreformen in Berlin durchlitten. Jeder Schulsenator wollte
sich ein Denkmal setzen und warf die Erlasse und Reformen seines Vorgängers über den Haufen. Hauptschule, Realschule, Oberschule praktischen Zweiges, Oberschule technischen Zweiges, Oberschule wissenschaftlichen Zweiges, alles vergessen? Wer erinnert sich noch daran? Umschichtungen, Neubenennungen, Einheitsschulen, Gesamtschulen, Ganztagsschulen.
Ja Ganztagsschulen! Die Idee ist nun wahrlich nicht neu. Und meine Eltern haben, zusammen mit anderen Eltern, vehement gegen diesen Blödsinn gekämpft. Aber ein- bis zwei Generationen später haben die Kinder der Eltern die ihre Kinder in Kinderläden steckten und zu Ostermärschen mitnahmen nun die Institutionen durchlaufen und setzen den Wahn um.
Natürlich kommt das der aktuellen Politik entgegen. Die staatlichen Subalterna (Lehrer) haben ganztägigen Einfluß auf das ihnen anvertraute, noch unverformte und nicht indoktrinierte Seelenleben einer neuen Generation. Beide Eltern können arbeiten, müssen arbeiten gehen, um den Expropriateuren Manövriermasse zum verschleudern in die Hände zu
wirtschaften (Steuern). Und der durch bürokratische Gängelung ohnehin reduzierte Freizeit- und Familienrahmen kann noch weiter eingeschränkt werden. Ganztagsschulen zerstören Familien, fördern die Bindungslosigkeit und führen zu Unselbständigkeit und Abhängigkeit. Das heute angeblich 70 Prozent der befragten Eltern für diese Schulform sind beweist
gar nichts, oder nur, daß sie dem staatlichen Versprechen erliegen, das "Beste" für ihre Kinder zu tun. Gleichzeitig wird ihnen das Kalkül schmackhaft gemacht, die kleinen Nervensägen nun den ganzen Tag versorgt, bzw, aufbewahrt zu wissen. Da kann man dann ja getrost weiter materiellen Träumen hinterher laufen und die Zeit "sinnvoll" nutzen. Und -
wie bequem, Muttern braucht sich um die Hausarbeit keine Gedanken mehr zu machen. Hamburgs Senatorin Dinges-Dierig: "Wir überlegen, wie wir zu einer Art erweitertem Hort kommen, zum Beispiel mit Hilfe freier Träger." Dann müßten die Kinder nicht die Einrichtung wechseln, sondern würden am gleichen Ort von den gleichen Personen weiter betreut.
"Ideal wäre es, wenn wir Schulen hätten, die von 8 bis 18 Uhr geöffnet sind." (Die Welt, siehe Link)
Da haben wir's. Noch besser wäre die Schule bis Mitternacht mit staatlích geprüften "Ins-Bett-Bringern". Hier noch einmal deutlich: Was Frauen brauchen, die trotz
Kind noch arbeiten wollen, ist bekannt: ausreichend Kita-Plätze, Tagesmütter und Ganztagsschulen und finanzielle Hilfen für diejenigen, die sich das nicht leisten können.
Ängstigt sich auch die Öffentlichkeit, daß bei der Ganztagsversorgung die häusliche Wertevermittlung auf der Strecke bleibt, ist es endgültig Zeit, die Väter ins Spiel zu bringen. Hätten Mutter und Vater Anspruch auf jeweils ein Babyjahr, wäre dies die beste Lösung für alle: Der Arbeitgeber wäre nicht über Gebühr belastet, die Kids hätten zwei
Jahre lang je ein Elternteil exklusiv für sich. Dann wäre es normal und gesetzlich akzeptiert, daß deutsche Väter auch wirklich ihre 50 Prozent Anteil am Projekt Baby übernehmen. (Die WELT, siehe 2. Link)
Toll der Zusatz: Die Autorin (Ileana Grabitz) ist im siebenten Monat schwanger. Diese Woche war ihre letzte Arbeitswoche vor der Geburt. Anfang Dezember will unsere Kollegin wieder in der Redaktion arbeiten
Hier in Nordamerika wo die Kinder zum Teil zugleich mit ihren Eltern zu hause eintrudeln, kann ich genau beobachten
wieviel Zeit für Familienleben bleibt und wie reduziert das Zusammensein besonders mit den (später heimkehrenden) Vätern oft ist. Nun wird also Deutschland, so der Wille der Politiker, mit Ganztagsschulen gepflastert. Toll, mal sehen was in 20 Jahren als "letzter Schrei" gilt, welche olle Kamelle dann als pädagogisch sinnvoll und ganz neu dem
unbedarften Bürger verkauft wird. Hoffentlich nicht die Prügelstrafe. Die sollte wirklich den Politikern vorbehalten bleiben.
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,druck-355608,00.html
http://www.welt.de/data/2005/05/09/716218.html?search=Ganztagsschulen&searchHILI=1
http://www.wams.de/data/2005/04/17/705723.html?search=Ganztagsschulen&searchHILI=1 |
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